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Beginn einer ErfolgsgeschichteBeginning of a Success Story
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Beginn einer Erfolgsgeschichte

Von Lörrach nach Oberursel: Fritz Faudi und die Feinbau GmbH

'Herstellung von Hochleistungsflüssigkeitsfiltern, Segelflugzeug-Stoßdämpfer, Kraftfahrzeug-, Flugzeug- und Motorenbauteile': so definierte Johann Fritz Faudi den Gegenstand seines gerade erst gegründeten Unternehmen - der Faudi Feinbau GmbH. Mit einem Stammkapital von 400.000 Reichsmark legte der Ingenieur, Erfinder und Unternehmer im November des Jahres 1938 im südhessischen Oberursel den Grundstein für jenen Betrieb, der knapp 65 Jahre später die FAUDI Aviation GmbH hervorgebracht hat.

Pionier auf zwei Gleisen Richtung Zukunft

Obwohl Fritz Faudi durch die Nachkriegswirren in Deutschland und seinem Tod im Jahr 1955 sein Unternehmen nur für die kurze Zeit von 15 Jahren als Geschäftsführer leitete, hat er den Betrieb doch bis zum heutigen Tag erkennbar durch seine Philosophie geprägt. So ziehen sich etwa die engen Beziehungen zu Frankreich genauso wie die internationale Ausrichtung des Unternehmens und der Drang zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit wie ein roter Faden durch die gesamte Firmengeschichte. Der im Jahre 1875 in Lörrach - an der Grenze zu Frankreich und der Schweiz - geborene Faudi verbrachte einen Teil seiner Schulzeit in einem Internat im benachbarten schweizerischen Neuchâtel. Es ist anzunehmen, dass der Junge schon zu dieser Zeit seine Kontaktfreudigkeit, seine Weltoffenheit und ein herausragendes Interesse und Verständnis für fremde Länder und Kulturen entwickelte.

Nach weniger erfolgreichen Unternehmungen in jungen Jahren konzentrierte sich Faudi verstärkt auf seine technische Finesse. Ab 1921 betrieb er ein Ingenieurbüro in Düsseldorf (später Falkenstein im Taunus bis 1952), welches unter anderem für die Erfindung und Entwicklung des Kugelgelenks und des sogenannten 'Faudi-Federbeins' - des führenden Flugzeugfederungselements seiner Zeit - verantwortlich zeichnete. FAUDI verdiente sein Geld bis zur Gründung der Feinbau GmbH hauptsächlich mit der Lizenzierung seiner Patente. Seine Kooperationen mit nationalen und internationalen Zulieferbetrieben der entstehenden Auto- und Luftfahrtindustrie reichten von Deutschland bis nach England und Ostasien.

Französische Filter made in Germany

Die Gründung der FAUDI Feinbau GmbH war schließlich einer Notwendigkeit entsprungen. Nach einem ersten Kontakt mit dem französischen Unternehmer Jacques Muller interessierte sich der Lizenzgeber Faudi nun selbst für die Vermarktung eines Patents. Mullers Firma "Rellumit" in La Garenne-Colombes bei Paris war neben der Herstellung von Zubehörteilen für Automobile und Flugzeuge auch spezialisiert auf die Betankungstechnik für selbige. Sein besonderes Augenmerk lenkte Fritz Faudi dabei auf die Spannscheibenfilter des französischen Unternehmens.

Muller und Faudi unterschrieben schließlich noch 1936 einen Lizenzvertrag, der Faudi die Produktion und Vermarktung des Flüssigkeitsfilters in Deutschland ermöglichte. Die Deutsch-französische Kooperation sollte daraufhin über dreissig Jahre - und damit über den Tod Fritz Faudis im Jahre 1955 hinaus - halten. In den folgenden Jahren verband die beiden "Tüftler" Faudi und Muller eine große Zuneigung, die aber gerade durch die Gemeinsamkeit im Streben nach technischer Brillanz immer wieder auf die Probe gestellt wurde.

 

Überragende Stellung: Großfilter für die Betankung von Flugzeugen

Ursprünglich plante Fritz Faudi, sich in ein bestehendes Unternehmen einzukaufen, um die französischen Filter zu produzieren. Diese Bemühungen waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Dieser 'Fehlschlag' war schließlich die Geburtsstunde eines Unternehmens, das in den kommenden Jahren wegweisend im Bereich der Filtrationstechnik werden sollte - der Faudi Feinbau GmbH. Weder die Kriegsjahre ab 1939 und die deutsche Besetzung Frankreichs noch der allierte Sieg über Deutschland im Jahre 1945 konnten die stabile Kooperation Faudi-Muller beeinträchtigen.

Im Gegenteil: Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten im deutschen Ingenieurbüro einige Techniker aus Frankreich. Die deutschen Ingenieure entwickelten in dieser Zeit auf Basis von Mullers Scheibenfilter wegweisende Neuerungen. Besonders die Großfilter für die Betankung von Flugzeugen sollten dabei eine überragende Stellung einnehmen - auch nach dem Krieg wurden sie auf den Flugplätzen der Besatzungsmächte eingesetzt.

Für seine Verdienste um die deutsche Wirtschaft zeichnete Bundespräsident Theodor Heuss den nunmehr 80-jährigen Faudi im Jahr 1955 mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Im April des gleichen Jahres erlag der umtriebige Ingenieur und Unternehmer in seinem Haus in Falkenstein einem Herzschlag. Dass Faudi auch von seinen Angestellten hoch geschätzt und regelrecht verehrt wurde, daran erinnern sich die Mitarbeiter noch heute. 'Er war ein sehr bodenständiger und fairer Mann und soll sich immer um die Belange seiner Angestellten gekümmert haben', erinnert sich ein ehemaliger Vertriebsleiter. Den großen Aufstieg seines Unternehmens konnte Fritz Faudi nicht mehr miterleben. Seine Ideale der Weltoffenheit und Unabhängigkeit aber leben auch heute bei FAUDI Aviation unter der Leitung von Marcus Wildschütz weiter.

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